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Über Nackenheim

Geographische Lage

Nackenheim ist eine Ortsgemeinde und ein Weinbauort in Rheinhessen im Landkreis Mainz-Bingen und liegt in der Nähe von Mainz. Nackenheim ist die einzige Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Bodenheim, die direkt am Rhein liegt.
Die Weinberge, der idyllisch zwischen Rebhügeln und dem Rhein gelegenen Gemeinde, wurden vor mehr als 1200 Jahren erstmals urkundlich erwähnt.
Die tatsächliche Herkunft des Namens Nackenheim ist ungeklärt. Eine Vermutung bezieht sich auf die Vorgeschichte Nackenheims. Hiernach soll der Name Nackenheim von einem Häuptling mit dem Namen Nacho abgeleitet werden sein, also „Heim des Nacho“ bedeuten. Eine weitere Theorie hat sich im Laufe der Geschichte gebildet. Sie besagt, dass der Name Nackenheim von der Lage Nackenheims im „Nacken des Berges“ abzuleiten ist. Beide Theorien sind bislang unbestätigt.

 

St. Gereon





Karte


Das Wappen

Das Wappen der Ortsgemeinde Nackenheim wird wie folgt beschrieben: Von
Schwarz und Rot durch silberne Leiste geteilt, oben ein silberner Reichsapfel mit
silbernem Kreuz, unten ein sechsspeichiges silbernes Rad.
In einem Gutachten vom 25. Mai 1984 führt Oberarchivrat Dr. Debus vom
Landesarchiv Speyer unter anderem folgendes aus: Über dem Rathauseingang von
Nackenheim befindet sich ein Wappenstein, der von dem vorliegenden Wappen in
folgenden Einzelheiten abweicht:

Statt des Kreuzes ziert ein Haken mit spitzem Winkel den Reichsapfel und das Rad ist achtspeichig. ... Der Schlußstein über dem Rathauseingang bringt, sicherlich in unbewußter Umwandlung, das stets sechsspeichige Mainzer Rad, denn nur um dieses kann es sich handeln, mit acht Speichen. Zum anderen war die Deutung des Reichsapfels unklar. Demandt-Renkhoff (Hessisches Ortswappenbuch, 1956, S. 124 f) legen dar, dass das Mainzer Rad ursprünglich Siegeldarstellungen mit der Steinigung des heiligen Stephanus - Hinweis auf das Mainzer Stephansstift als Patronatsherren der Nackenheimer Gereonskirche - verdrängte. Ebenso erfuhr das der Steinigung Stephans beigefügte Ortszeichen, das zunächst mehr einem Sester glich, immer mehr eine Umwandlung zu einem Reichsapfel hin, weshalb diese Form im nunmehrigen Ortswappen verwandt wird. Die von Demandt-Renkhoff vorgeschlagenen, nunmehr auch verbreiteten Farben Schwarz und Rot, wurden beibehalten, allerdings aus heraldischen Gründen und in Anlehnung an den schon mehrfach genannten Schlußstein mit einer Leiste versehen, deren silberne Farbe in Verbindung mit dem Rot der unteren Schildhälfte auf das Erzstift Mainz verweist. Das Wappen ist historisch wohl begründet und heraldisch einwandfrei; seine Genehmigung wird empfohlen.





Gemeindepartnerschaft

Die Partnergemeinde ist Pommard, Côte-d’Or in Burgund, die mit einem Weinstand auf dem jährlichen Weinfest vertreten ist.

Das Rathaus

Bis ins 15. Jahrhundert fanden in Nackenheim Amtshandlungen des Dorfgerichts und der Ortsverwaltung im Freien statt unter einem Baum im Fronhof des Mainzer St. Stephanstifts, das die Ortsherrschaft besaß.

Im 16. Jahrhundert wurde auf dem Stiftsgelände ein Rathaus gebaut, vor dem die Erbhuldigung für den neuen Ortsherren, den Mainzer Kurfürsten, im Jahre 1616 von den Einwohnern des Fleckens Nackenheim geleistet wurde.

Dieses alte Rathaus musste 1751 einem Fachwerk-Neubau weichen. Im oberen Stockwerk waren ein Raum für das Ortsgericht und ein Beratungszimmer untergebracht. Im Erdgeschoss befand sich ein Feuerlöschgeräteraum mit den ledernen Löscheimern und die Gerätschaften des Eichmeisters, der die Weinfässer nachmessen und mit Brandzeichen eichen musste. Daneben war eine Arrestzelle, im Volksmund Kittje genannt, in der auf kurze Zeit Missetäter einsitzen mussten.

Als erster Schultheiß amtierte Paul Kertz (1749 - 1763) in dem neuen Rathaus. 1792, nach dem Einmarsch der französischen Revolutionsarmee, war im Rathaus eine Kommandantur unter dem Bürgergeneral Daniel Stamm eingezogen. 1793 wählte die Bürgerschaft an Stelle des Schultheißen Johannes Herd zum Maire den Ortspfarrer Dr. Karl Melchior Arand. Während der kurzen Besatzungszeit im Jahre 1796 setzten die Franzosen Wilhelm Jans als Agent municipal ein. Ab 1797, als Nackenheim auf 17 Jahre zu Frankreich gehörte, amtierte im Rathaus nur ein Adjunkt; der Maire saß in Bodenheim. Diese Verwaltungsregelung als Doppelgemeinde behielt auch das Großherzogtum Hessen ab 1816 bei. Der Bodenheimer Bürgermeister war auch für Nackenheim zuständig. 1822 bekam Nackenheim eine eigenständige Großherzogliche Hessische Bürgermeisterei unter dem Bürgermeister Johann Schneider (1822 - 1831).

Über dem Rathausportal mit Ortswappen und der Jahreszahl 1751 war eine Nische, in der vermutlich einmal die Statue des Ortspatrons St. Stephan stand, seit der Französischen Revolution verwaist. Erst 1931 wurde dort auf Antrag des Ratsmitgliedes Dr. Franz Usinger eine Madonnenfigur Friedenskönigin Maria zur "Danksagung für die Rheinlandbefreiung" aufgestellt. Unter der Naziherrschaft musste die Figur entfernt werden, bis sie 1945 nach Kriegsende wieder ihren Platz einnehmen konnte.

Im Jahre 1935 wurde das Rathaus grundlegend umgebaut, u. a. wurde das Portal in die heutige Mitte des Gebäudes versetzt. Weitere Renovierungen erfolgten in den Jahren 1950 - 1951 zur 200-Jahrfeier des Rathauses. Die letzten Instandsetzungen erfolgten in den Jahren 1962 und 1980.

Im Rahmen einer Besprechung im November 1992 wurden erhebliche Schäden an Deckenbalken durch Würfelbruch festgestellt, die im Dezember 1992 zu einer ersten Schadensanalyse führte, die diese Schäden bestätigte. Gemeinsam mit der Gemeinde Nackenheim und der Denkmalpflege und dem beauftragten Statiker wurde eine weitergehende umfangreiche bauliche Untersuchung vereinbart mit dem Ziel, eine denkmalgerechten Instandsetzung für das Rathaus zu planen, dazu gehörte auch ein verformungsgerechtes Bauaufmaß. Diese wichtigen Voruntersuchungen waren und sind notwendig für eine detaillierte Ausschreibung gewesen, um eine für die Gemeinde kalkulierbare Instandsetzung zu beginnen. In ständiger Abstimmung mit der Gemeinde, dem Statiker, den beauftragten Handwerkern und der Denkmalpflege wurde eine unter den Aspekten eingeschlossen alte und neue handwerkliche Technologie sowie ökologischen Bauens mit den Instandsetzungsarbeiten im November 1994 begonnen. Eine herausragende Leistung war, während des zimmermannsmäßigen Austausches der Fachwerkwände die gesamte Dachkonstruktion inkl. Dacheindeckung auf dem Gebäude auch als Schutz zu belassen.

Die weiteren handwerklichen Arbeiten umfassten vor allem folgende Gewerke:

Lehmbau mit Lehmsteinen
Anstrich der Hölzer mit pigmentiertem Leinöl
ein auf die Lehmwand abgestimmtes Heizungssystem
Isolierungen mit Schilfrohr und Dämmsystem mit Altpapier


Regelmäßige Veranstaltungen

Prozession mit Johannisfeuer am Rhein am Fest Johannes Nepomuk
Inselfest der DLRG Ortsgruppe-Nackenheim e. V. am vorletzten Wochenende im Juli
Weinfest am letzten Wochenende im Juli
Inselfest des Männeresangvereins 1857 am letzten Wochenende im August
Pfarrfest an Fronleichnam
Kirchweihfest am 4. Sonntag im September
Freilicht-Theateraufführungen der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft im Sommer
Backfischfest des Angelsportvereins am idyllischen Angelweiher
Fastnachtssitzungen und Umzug am Fastnachtsdienstag durch die Ortsstraßen mit dem Carneval-Verein Entenbrüder


Verkehr

14 km südlich von Mainz, über die B 9 an das Autobahnnetz angebunden
Bahnstrecke Mainz-Worms mit Taktverkehr
Ein Landesteg am Rheinufer ermöglicht das Anlanden von Passagierschiffen aller Größen.
Radwege verbinden Nackenheim mit Bodenheim, Mainz und Nierstein. Ein Radweg zwischen Nackenheim und Lörzweiler wurde ebenfalls zwischen Herbst 2006 und Frühjahr 2007 neu angelegt.


Söhne und Töchter der Gemeinde

Carl Zuckmayer, 1896 hier geboren. In seinem Stück Der fröhliche Weinberg hat er seiner Heimat ein bleibendes Denkmal gesetzt. Eine Büste am Eingang der Ortsverwaltung erinnert noch heute an ihn.
Prof. Dr. Matthias Pier, war ein Chemiker vor allem auf den Gebieten der Kohlehydrierung.
Christine Darmstadt war eine sehr bekannte Hebamme zu Zeiten des 2. Weltkriegs. Ihr Haus steht am Fusse der Christine-Darmstadt Straße, welche zum Neubaugebiet "Am Sprunk" führt. Sie wurde in den 60er Jahren zur Nackenheimer Ehrenbürgerin ernannt.
 

Carl Zuckmayer

Quelle: Wikipedia

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